Donnerstag, 11. Juni 2009

Die Schlacht ist geschlagen







So Freunde,
nach Wochen des Sacken lassen des Erlebten mache ich mich an den Nachbericht des Ironman Lanzarote 2009 ran.
Mit meinem Kumpel Ralle machte ich mich 1 Woche vor dem Rennen auf über Düsseldorf (wo wir nicht die einzigen mit Rädern waren) nach Lanzarote. Dort angekommen erwartete uns neben einem Spaßvogel von Reiseleiter ("so wie Ihr ausseht kennt Ihr Euch ja hier aus") ein äußerst starker Wind auch Sturm genannt. Nicht gerade das was ich brauchte, naja. Weiter gings zu unserem Hotel Sol Lanzarote wo wir auch letzten Sommer eingecheckt hatten. Gutes und bewährtes sollte man nicht ändern! Nach dem Radzusammenbau gings erst mal an das Fernsehen ums Wetter der nächsten Tage zu prüfen. Au weia, noch stärker Wind!
Am nächsten Tag starteten wir zu unserer 1. Radtour Richtung Haria und Mirador del Rio, auch im zu gucken wie das denn bei Wind geht.
Den 2. Tag fuhren wir über Femes zum Nationalpark, was bei dem Wind nicht so prikelnd war.
Danach testete ich noch ein bischen die Laufstrecke.
Dienstags trat ich dann mit vielen anderen Teilnehmern an der Schwimmstrecke an. Bei dem Wellengang war das ehr Wakeboarding als schwimmen, uff. Abends an der Laufstrecke traf ich dann Meike aus Ahlen die mir freundlicher Weise anbot mich Donnerstags mit zum Rennbriefing zu nehmen, da ich keine Möglichkeit hatte dort hinzukommen. Nochmals Dankeschön.
Mittwochs lief ich denn nochmal eine lockere Runde, um Donnerstags nochmals die Schwimmstrecke ohne Wellen (der Wind hatte tatsächlich nachgelassen) zu testen. Das Salz war leider immer noch da. Danach bin ich nochmal ne Stunde aufs Rad gestiegen.
Wie gesagt dann stand das Briefing an und Abends machte sich langsam ein Schmerz an der rechten Achillessehne bemerkbar (sch....).
Freitags war der Schmerz schon deutlicher, ich nehme an er kam von einer Fehlhaltung beim Laufen Aufgrund des 2maligen umklinkens die Woche vor der Abreise, also einreiben und hoffen.
Jetzt stand erst mal Wechseltüten kramen , Rad fertigmachen und Nummern befestigen auf dem Programm.
Um 15 Uhr gings dann gut bepackt auf dem Rad Richtung Wechselzone zum einchecken. Dort wurde das Rad und der Helm kontroliert. Nun die Tüten aufhängen und das rad an der vorgesehen Position parken. War irgendwie lustig, denn die meisten ließen kräftig Luft ab damit die Reifen das stehen in der prallen Sonne überleben. Ich hielt mich an einen Tip von Einheimischen, die meinen 1 Bar weniger reicht auch und der Reifen überlebt die Sonne. Nach einer Runde und bestaunen der andern Räder gings per Pedes zurück zum Hotel., wobei der Schmerz immer doller wurde.
Nach dem Abendessen wurden dann noch die Flaschen und die Verpflegung für auf Rad fertig gemacht und früh schlafen gehen war angesagt.
Naja, man ist doch Nervös und so klappte das mit dem Schlafen nur sehr bedingt.
Der Wecker läutete um 3 Uhr zum aufstehen, oder mindestens zum Veruch! Die Achillessehne machte sich äußerst deutlich bemerkbar, gar nicht gut. Was tun? Erst mal hinfahren, da ich mit einem Engländer zusammen 1 Taxi bestellt hatte und außerdem ja meine Klamotten aus der Wechselzone holen mußte.
Plan B wurde dort geboren, erstmal starten und gucken wie es beim Schwimmen und dem anschließenden Run durch die Wechselzone so läuft.
Kenneth (der Race Director) schaute ob meiner Probleme und des Vorhabens sehr skeptisch, aber gesagt getan: Plan B
Erst mal Rennfertig machen, den Neo an und vorsichtig über die 1. Registrierung zum Strand runter. Nun mal ein paar Meter einschwimmen und den Neo fluten für den optimalen Sitz.
So, langsam wurde es ernst, also einen Platz im Starterfeld gemäß meines Leistungsvermögens suchen. Dort scharten schon einige mit den Hufen andere schauten als ob sie gleich erschoßen würden. Ich hatte mich an Horsts Tip gehalten und mich äußerst rechts eingeordnet weil man, wenn man dort seine Linie beim Schwimmen findet zwar ander ersten Boje die nach links geht einen längeren Weg hat sich aber aus den Schlägereien raushält.
Kurze Ansprache vom Turm und Start.
Was dann kam daran hätte ich nicht im Traum gedacht. Man hatte gar keine Chance seine Linie und seinen Ritmus zu finden, von hinten kamen da ein paar Wahnsinnige dermaßen fehement angeflogen als ob eine Sprintdistanz anstant. So wurde ich gnadenlos überschwommen und verprügelt. Verstanden hatte ich die Aktion nicht da ich die meisten von Denen nachher wieder eingesammelt hatte. Aber leider wurde mir dabei auf der1. Runde 2 mal die Brille geflutet,so daß ich immer wieder aus der Bahn geworfen wurde. Den Start in die 2. Runde hatte ich besser erwicht mit ner richtig freien Linie, jetzt war schwimmen angesagt, bis nach der 2. Boje: Dort BUMMS, mich hatte 1 Fuß mitten im Gesicht getroffen, Schitt, erstmal testen ob die Nase noch heil ist und wieder Wasser aus der Brille entsorgen eh mir die Linsen wegschwimmen. Am Ausstieg angekommen lächelte mir auf der Uhr eine 1:09 Stunde entgegen. Mist nicht mein Plan, aber noch im Rennen. Also, wegen der Sehne, vorsichtig über die Matten an wahnsinnsvielen Zuschauern vorbei bis unter die Dusche zum Meersalz entfernen. Weiter durch die Wechselzone, Beutel schnappen, Neo aus , Trikot, Socken und Radschuhe an. Nun zum Rad und noch Ellen lang laufen bis zur Start-Linie um auch losfahren zu dürfen.
Auf gehts, erst mal Richtung Hotel, wo am Kreisverkehr Ralle mit der Digi wartete, dann hoch auf die Umgehungsstrasse und grob erst mal an Yaiza vorbei nach El Golfo, wieder nach Yaiza und den Nationalpark mit seinen Wellen hoch. Übrigens, die Sehne hat sich seid KM 15 erst mal beruhigt. Weiter nach Tinajo , La Santa , Soo und Famara (Surfers Paradies). Nun hoch Richtung Teguise, Haria und Mirador del Rio. Erstaunlicher Weise überall viele Zuschauer die gut puschten, leider für manch einen nicht genug, schade für die die aufgaben.
Nun kam die wilde Abfahrt nach Guatiza, von dort weiter nach Tahiche, Nazareth (die Strasse dort ist noch immer fürchterlich), San Bartolome bis Abzeig La Asomada.
Dort über Vegas an Tias vorbei runter nach Puerto del Carmen, an der Promenade noch rechts Abbiegen und 2 KM zum Ziel fahren und dabei versuchen aus den Schuhen zu kommen und genau auf der Linie zu bremsen. Geschaft!, 180Km in 6:30 Std., naja unter den Umständen (immer im Hinterkopf)
Vorsichtig wieder mal durch die lange Wechselzone laufen, Rad abgeben, Laufsack schnappen, kurzer WC gang und ab ins Zelt zum umziehen.
Diesmal mit dem Schuhtausch auch 1 Sockentausch : Fürs Laufen besser, wegen Stabi und Sehnenentzündung, meine Cepsocken. Noch gut Sonnenmilch auftragen lassen,Kappe auf und los gehts. Die 1. Runde versuchte ich nach dem Motto was willst Du was kannst Du. Die Zeit war ganz gut, trotz eines Sturzes an der 3. Verpflegung , wo es durch die verschütteten Getränke unglaublich glatt war. Ralle meinte ich säh noch richtig gut aus, im Vergleich zu anderen, aber Meine A-Sehne sagte: Wenn Du das Tempo so weiter läufst mache ich nicht mehr mit!! Achja, nach der1. Runde konnte ich den Sieger Bert Jammear bei seinem Zieleinlauf bewundern, was für eine Stimmung auf der Tribüne! Weiter: Also die nächsten 2 Runden Tempo raus, die Sehne dankte es mir. In der 3. Runde bekam ich von Manja aus der "WunderBar" alle Bulliergebnisse per Tafel übermittelt, und so wußte ich schon mal das Wolfsburg und nicht schon wieder die Bayern Meister waren. Das gab noch mal einen Schub. Zwischenzeitlich sah ich auch mal Meike (meine Mitfahrgelegenheit zum Briefing) auf der Laufstrecke und Andeas (Ihren Mann) am Rand.
Die 4. Runde versuchte ich wieder ein wenig zu beschleunigen, und nach der Wende war mir den auch alles egal, also wieder alles was drin ist und ab Richtung Ziel. Unterwegs habe Ich noch nen Kölner aufgesammelt und mitgezogen, war ganz lustig mit Ihm, aber er wollte seinen Zieleinlauf mit seinem Sohn machen, also habe ich die letzten 300 Metter noch zu einem "Sprint" angesetzt wobei ich auf dem Teppich, unter dem Jubel der Zuschauer noch 2 Mittstreiter (sorry Leute) überholt habe.
Im Ziel bekam ich das was ich eigendlich wollte: Die Glückwünsche vom Racedirektor Kenneth Gasque und natürlich die Finishermedallie und das Shirt.
Nach einer Minute des Innehaltens gings mir wieder erstaunlich gut, denn mein 1. Griff galt einem Käsebrot und ner Cola, so das der Racearzt noch einem Check meinte mir geht es viel besser als anderen die wie Elend auf den Liegen lummerten.
Nach einer guten Massage suchte ich mir noch meine Klamotten und das Rad zusammen und ging dann langsam Ralle der mich abholte entgegen. Einige Wirte der Bars wollten mir noch 1nen aus geben aber dann währe ich wohl nicht mehr am Hotel angekommen.
Nach der wohlverdienten Dusche haben wir uns noch die letzten Läufer angeguckt und dann kam für mich an der Bar die Belohnung: FinishBier und gratulationen von der Barcrew, wie auch am nächsten Morgen beim Frühstück.
So, dieses Jahr also kein Hawaai dafür denn noch im August in Eupen Mitteldistanz und im September, wie letztes Jahr, in Köln Ironmandistanz.
Aber nächstes Jahr we cameback at Ironman Lanzarote. Und zwar als "officielle open Vereinsmeisterschaft" ;-))